Ein Blick auf den Übersichtsplan der Bahn zum Planungsabschnitt 1 Grafing – Ostmünchen vom November 2023 bringt es an den Tag. Unabhängig davon, welche der umstrittenen Trassen die Bahn realisieren wird:
Die Neubautrasse wird beim Anwesen Ametsbichl zwischen Aßling und Ostermünchen mit der Bestands-Strecke vereint werden und ein Stück weit paralles zu dieser verlaufen. Dieses Stück umfasst die Bahn-Unterführung zwischen Weiching und Ostermünchen.
Daraus folgt: Die derzeit noch schmale und niedrige Brücke wird ähnlich wie ihr Gegenstück nördlich von Weiching erneuert werden und zwar so, dass sie für LKWs passierbar wird. Das letzte Nadelöhr an der St 2080 zwischen der A8 und der A92 ist damit beseitigt. Der zeitraubende Umweg über Bad Aibling, Schönau, Hohentann erübrigt sich dann. Das Geschlängel durch Ostermünchen werden sie dafür in Kauf nehmen.
Durch Aßling zwängt sich dann wesentlich mehr Verkehr auf der Rosenheimer und Grafing Straße, kaum weniger auf der Glonner Straße. Daran wird sich wenig ändern, wenn der BNZ fertig gestellt ist. Denn, einen großen Teil des LKW-Verkehrs auf der St2080 verursacht jetzt schon der über die A8 anrollende Güterverkehr aus Südost-Europa. Und dieser wird, spätestens wenn weitere Balkan-Länder in die EU aufgenommen sind, noch mehr zunehmen und die Wirkung des BNZ mehr als ausgleichen. Die Gemeinde Tuntenhausen wird das zum Anlass nehmen, die lange im Raum stehende Ostumfahrung von Ostermünchen einzufordern. Diese würde südlich von Aßling wieder auf die St2080 treffen. Im Ergebnis würde noch mehr Güterverkehr durch Aßling rollen.
Das Szenario der im Raum stehenden Ostumgehung von Ostermünchen und des dadurch anschwellenden Verkehrs durch Aßling war bereits vor über 20 Jahren Gegenstand von hitzigen Diskussionen im Arbeitskreis Verkehr der Agenda 21. Lösungen, wie sich die LKW-Flut um Aßling herum leiten ließe, wurden damals viele diskutiert, angesichts der Lage des Orts im Atteltal und der geographischen Gegebenheiten östlich und westlich davon, ohne Ergebnis.